vom 06. - 07. Oktober 2006

Die Chronologie der Schlacht von Jena und Auerstedt

Detlef Jena – Rüdiger Stolz. Spuren der Geschichte - Napoleon in Thüringen. S.29.  GAIN e.V. 1996.

  

  12. Oktober 1806

Jena: Auf den Ziegenhainer Höhen, in Wöllnitz, Burgau, Lobeda, Winzerla und Ammerbach  sowie vor der Camsdorfer Brücke ist die Nachtut der preußisch-sächsischen Truppen stationiert. Es kommt zu Kampfhandlungen mit den anrückenden Franzosen. Es gibt Tote und Verwundete auf beiden Seiten.

 

 13. Oktober 1806

Jena: Am Vormittag wird die Stadt von französischen Truppen besetzt. NAPOLEON trifft gegen 16 Uhr in Jena ein. Er reitet am Nachmittag: über den Apoldaer Steiger hinauf zum Windknollen - er vermutet auf dem Jenaer Hochplateau die preußische Hauptarmee, sichtet aber lediglich die preußische Heeresgruppe des Generals von HOHENLOHE-INGELFINGEN.Noch in der      Nacht marschieren die französischen Korps SOULT, NEY und AUGERAU auf. Im Morgengrauen des 14. Oktober stehen sich bei Jena auf einer Fläche von sechs mal zwölf Kilometern etwa 150.000 Soldaten gegenüber, von denen jedoch nur 55.000 Franzosen und 53.000 Preußen und  Sachsen in die Kampfhandlungen eingriffen.Auerstedt: Feldmarschall Herzog von BRAUNSCHWEIG erreicht mit der preußischen Hauptarmee am Nachmittag die Gemarkung von Auerstedt. Sein strategischer Plan: bei Freiburg, die Unstrut überqueren und den französischen Angriff in nördlicher Richtung erwarten.

 14. Oktober 1806

Jena - früher Morgen:

Gegen 6 Uhr eröffnet Marschall LANNES mit dem V. Korps zwischen Lützeroda und Closewitz die Bataille.  Die preußisch-sächsischen Truppen unter General TAUENTZIEN leisten drei Stunden lang tapferen Widerstand.

 Auerstedt - am Morgen:

Gegen 6 Uhr marschiert die preußische Hauptarmee von Rannstedt über Auerstedt in Richtung Gernstedt und Taugwitz. Das III. französische Korps unter Marschall DAVOUT attackiert - das Korps kommt aus Naumburg und sollte die bei Jena vermutete preußische Hauptarmee von der Flanke her angreifen. Aus dem Begegnungsgefecht entwickelt sich die entscheidende Schlacht bei Auerstedt und Hassenhausen.

 Jena -  am Vormittag:

Gegen 10 Uhr treffen zwischen Rödigen und Lehesten General HOLTZENDORFF und Marschall SOULT aufeinander. HOLTZENDORFF, ohnehin schon in Unterzahl, weicht auf Apolda zurück. SOULT marschiert nach Vierzehnheiligen. Dort findet das entscheidende Treffen der Schlacht von Jena statt. Vierzehnheiligen brennt, die Preußen werden nach heftiger Gegenwehr geschlagen.

 Auerstedt - am Vormittag:

Der Herzog von BRAUNSCHWEIG wird tödlich verwundet, FRIEDRICH WILHELM III.  KÖNIG von PREUSSEN - ernennt keinen neuen Oberbefehlshaber. Die preußisch-sächsischen Reihen wanken, sind schlecht organisiert, ihre Reserven erreichen das Schlachtfeld verspätet. Unter den wuchtigen Schlägen des Marschall DAVOUT erlahmt der preußische Widerstand.

 Jena - am Mittag:

Fürst HOHENLOHE-INGELFINGEN flieht mit den Resten seiner geschlagenen Truppen in Richtung Weimar und trifft bei Kapellendorf auf die mit 12.000 Mann intakte Gruppe des General Rüchel. Am Sperlingsberg erliegt auch diese Gruppe dem Sturmlauf der französischen Korps.

 Auerstedt:

KÖNIG FRIEDRICH WILHELM III. weigert sich, am Mittag die 18.000 Mann starke Reserve unter General von KALCKREUTH in die Schlacht zu führen. Das Schicksal der preußischen Armee ist besiegelt.Jena und Auerstedt -    PREUSSEN und SACHSEN fliehen panisch vom SCHLACHTFELD. Die siegreichen Franzosen plündern und marodieren. NAPOLEON begibt sich nach Jena.Von den etwa 300.000 an der Schlacht beteiligten deutschen und französischen Soldaten werden 40.000 nicht an den heimatlichen Herd zurückkehren - Noch mehrere Wochen wird es dauern, bis die Greul des Krieges auf Thüringer Hügeln - zwischen Weimar, Jena und Naumburg - von den Feldern verschwinden. Die Erinnerung an das Greul aber bleibt über Generationen hinweg .